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26.11.2025
07:30 Uhr
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Zwei große, gegenläufige Trends bestimmen die Dynamik am IT-Arbeitsmarkt: die Krise der deutschen Wirtschaft und der anhaltende Mangel an Fachkräften.

Wenn es nach der Bundesregierung geht, soll die deutsche Wirtschaft ab 2026 ordentlich wachsen. Gerade erhöhte die Regierung ihre Erwartung fürs laufende Jahr auf 0,2 Prozent Wachstum – statt des zunächst prognostizierten Nullwachstums. Für 2026 rechnet Schwarz-Rot dann mit 1,3 Prozent, für 2027 sogar mit 1,4 Prozent Wachstum. Die erstaunlich optimistischen Erwartungen orientieren sich an den Berechnungen der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose (PDF), eines Zusammenschlusses führender Wirtschaftsforschungsinstitute, die ihr aktuelles Gemeinschaftsgutachten am 25. September 2025 vorstellten. Die Autoren beschreiben darin tatsächlich eine deutliche Wachstumsschwäche, lediglich kaschiert von der expansiven Finanzpolitik.
Die meisten jüngst veröffentlichten Zahlen sprechen ohnehin eine andere Sprache. Das Statistische Bundesamt meldete gerade erst einen deutlichen Produktionsrückgang in der Automobilindustrie (im August saison- und kalenderbereinigt minus 18,5 Prozent zum Vormonat) und im Maschinenbau (minus 6,2 Prozent). Produktionsrückgänge in der Pharmaindustrie (minus 10,3 Prozent) und bei der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (minus 6,1 Prozent) wirkten sich ebenfalls negativ auf die Industrieproduktion aus.
So ist es nicht verwunderlich, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) den verhaltenen Optimismus der Bundesregierung nicht teilt. Der jüngste IWF-Wirtschaftsreport (PDF) sieht Deutschland innerhalb der G7-Gruppe vielmehr als Schlusslicht beim Wirtschaftswachstum.